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Der Helmert Turm in Potsdam
 
- Aktuelles rund um seine Restaurierung -
 
Helmert-Turm auf dem Telegrafenberg
© GeoForschungsZentrum, Potsdam
 
A)     Historisches rund um den Helmert-Turm
 
B)     Bisherige Maßnahmen zur Rettung des Helmert-Turmes
 
C)     weitere Termine zur Rettung des Helmert-Turmes
 
Der Helmert-Turm ist benannt nach dem Vater der modernen Geodäsie, Prof. Friedrich Robert Helmert (1843-1917). Dessen Verdienst war es, die im 19. Jahrhundert übliche mathematikbasierte Forschung mit aktuellen Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Physik zu verbinden. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Geodätische Institut auf dem Potsdamer Telegrafenberg zeitweilig zum Weltzentrum der wissenschaftlichen Geodäsie, zum "Mekka der Geodäten". So wurde z.B. für den Nachweis der von Einstein in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagten Rotverschiebung von Spektrallinien im Schwerefeld der Sonne in enger Zusammenarbeit mit Albert Einstein der später nach diesem benannte und auch heute noch zu besichtigende Einsteinturm erbaut.
Den geodätisch-astronomischen Forschungen von Prof. Helmert diente das von ihm angeregte Geodätisch-Astronomischen Observatorium mit dem später nach ihm benannten Helmert-Turm. Dieser 1893 eingeweihte wissenschaftliche Komplex bestand/besteht aus dem Turm selbst und u.a.
  • einem Uhrenhäuschen.
    Hier ermöglichte der Takt von Pendeluhren die für exakte wissenschaftliche Ergebnisse zwingend notwendige, hochgenaue Zeitmessung.
  • zwei Meridianhäuschen.
    Die beweglichen Dächer dieser Meridianhäuschen ermöglichten eine genauen Betrachtung der darüber hinwegziehenden Sterne und schufen damit die Basis für die Zeitmessung im angrenzenden Uhrenhäuschen.
  • mehreren Mirenhäuschen.
    Dies waren/sind kleine Begleithäuschen zur Justierung des Meridiankreises. Drei dieser Mirenhäuschen standen/stehen in unmittelbarer Nähe des Helmert-Turmes. Je ein entfernteres Mirenhäuschen stand auf einer Nord-Süd-Achse zum Helmertturm im Königswald, nahe dem Potsdamer Ortsteil Sacrow und auf dem Kleinen Ravensberg.
Seit seiner Einweihung diente der Helmert-Turm bis Anfang der 1990er Jahre, also rd. 100 Jahre lang, im nationalen und internationalen Rahmen der geodätischen und Weltraum-Forschung. Nachdem der Trigonometrische Punkt Rauenberg 1910 durch Kiesabbau zerstört und damit als Fundamentalpunkt der preußischen Landestriangulation unbrauchbar wurde, übernahm der Helmert-Turm (vordem Zwischenpunkt 1. Ordnung der Triangulationskette Berlin–Schubin) zudem formal die Funktion als neuer Fundamentalpunkt des Deutschen Triangulationsnetzes.
Seine Bedeutung könnte man mit wenigen Worten so verdeutlichen:
Zur genauen Beschreibung irgendeines Objektes oder Ereignisses auf dieser Welt sind bekanntlich der Zeitpunkt/Zeitraum und die drei Lage-Koordinaten (Länge, Breite, Höhe) unverzichtbar. Was Greenwich hierbei zur Bestimmung des Zeitpunktes beitrug, war der Helmert-Turm lange Zeit für die Entwicklung einer exakten Lagebestimmung.
Um diese, seine internationale Bedeutung dem Besucher zu erläutern, wurde eine Info-Tafel gestaltet.
 
Mit den fortschreitenden Möglichkeiten der modernen Technik schwand die Bedeutung des Helmert-Turmes. Heute hat der Helmert-Turm neben einem bau- und technikgeschichtlichen vor allem auch einen hohen wissenschaftlichen Wert. Leider ist dieses einmalige Denkmal nationaler und internationaler geodätischer Forschung in einem bedauernswerten baulichen Zustand. Um es zu erhalten, bedarf es schneller und wirksamer Hilfe. Dazu wurde zusammen mit der "Deutschen Stiftung Denkmalschutz" eine Rettungsaktion gestartet. Den Flyer zu dieser Rettungsaktion mit weiteren Informationen können Sie [ hier ] herunterladen.
 
Ziel dieser Rettungsaktion ist es, das ganze Ensemble für die Öffentlichkeit zugänglich und den 15 Meter hohen Turm auf dem 94 Meter hohen Telegrafenberg auch als Aussichtspunkt begehbar zu machen. Damit das möglich wird, muss der Komplex zuerst vor dem Verfall gerettet werden. Bitte helfen Sie mit, dieses besondere Wahrzeichen der Technik- und Geoforschungsgeschichte Deutschlands zu bewahren!
 
 
B) Bisherige Maßnahmen zur Rettung des Helmert-Turmes
 
1. Vereinbarung
zwischen dem GeoForschungsZentrum (GFZ)/ Helmholtz-Zentrum Potsdam, der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz (DSD) und dem DVW Berlin-Brandenburg e.V., wonach der Helmert-Turm in Potsdam in die Liste der von der DSD geförderten Denkmalschutz-Projekte aufgenommen wird.
 
2. Spenden-Ouvertüre
Am Nachmittag des 16.02.2016 fand auf dem Potsdamer Telegrafenberg eine von unserem Verein gemeinsam mit dem GFZ organisierte, gut besuchte Auftaktveranstaltung zur Sammlung von Spendengeldern zur Restaurierung des Komplexes "Helmert-Turm" statt.
 
Helmert-Turm auf dem Telegrafenberg  Helmert-Turm auf dem Telegrafenberg  Helmert-Turm auf dem Telegrafenberg
 
Nach einer informativen Einführung in die Geschichte, internationale wissenschaftliche Bedeutung und die vorgesehene Zukunft des Helmert-Turmes ...
 
Helmert-Turm auf dem Telegrafenberg  Helmert-Turm auf dem Telegrafenberg 
 
... konnte der zu restaurierende Komplex von den Teilnehmern der Spenden-Ouvertüre besichtigt werden.
 
Helmert-Turm auf dem Telegrafenberg
 
Am Ende dieser Auftaktveranstaltung konnte an die anwesende Vertreterin des DSD ein Scheck über 6.200,-EUR übergeben werden.
 
Helmert-Turm auf dem Telegrafenberg
 
Hinweis:
  • Weitere Bilder von dieser Veranstaltung können Sie dem internen Teil unserer Homepage, dort unter "[Archiv] -> [Bildberichte] -> [Weitere]" entnehmen.
  • Die Vortragsfolien zu den hier gehaltenen wissenschaftlichen Beiträgen können Sie der Rubrik "Unser Dank an ... Referenten" oder diesem Link entnehmen.)
  3. Wissenschaftliches Kolloquium
Das GFZ Potsdam, der DVW Berlin-Brandenburg e.V. und die Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin e.V. hatten für den 17.02.2016 zu einem „Wissenschaftlichen Kolloquium Helmert-Turm" eingeladen. Im Rahmen dieser Veranstaltung sprachen
  • Heinz Kautzleben:
    "Zur Geschichte von Helmert-Turm und Geodätischem Institut"  
     
  • Wolfgang Dick:
    "Astronomische Beobachtungen am Geodätischen Observatorium mit Helmert-Turm"  
     
  • Erik Grafarend:
    "Wissenschaftlicher Diskurs zu Friedrich Robert Helmert"  
     
  • Johannes Ihde:
    "Der Helmert-Turm Potsdam und seine Bedeutung für die europäischen Triangulationen"  
     
  • Ludwig Grunwaldt und Reinhart Neubert:
    "Die wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Helmert-Turm in den 70er und 80er Jahren"  
Die Veranstaltung diente der Unterstützung der Rettungsmaßnahmen rund um dem Helmert-Turm, indem es das Wissen um dieses Denkmal vertiefte und damit dessen historische Bedeutung in das allgemeine Bewußtsein zurück gerufen hat.
 
 
C) Informationen über vorgesehene weitere Schritte zur Rettung des Helmert-Turmes
 
In einem ersten Sanierungsschritt soll Anfang 2018 die Begehbarkeit des Turmes wieder hergestellt werden. Dazu muss die komplette Treppenanlage saniert und die Elektrik des Turmes ausgetauscht werden. Die veranschlagten Kosten betragen dafür ca. 100.000 €.
Bis Ende des Jahres 2017 sollen dafür 50.000 € Spenden eingeworben werden (mehr als 30.000 € wurden bereits gespendet). Dann werden weitere 50.000 € von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zur Verfügung gestellt.